Ob Yoga, Sushi oder Kampfsport – die Einflüsse Asiens auf den europäischen Raum sind kaum zu übersehen und so weit verbreitet und tiefgehend, dass sie oft nicht nur als Aktivität und Randerscheinung gelten, sondern Weltanschauungen mitbestimmen. Diese Sichtweisen sind längst auch nicht mehr Opium für die breite Masse, sondern haben es in das Gedankengut zahlreicher Intellektueller geschafft. Joseph Campbell etwa, Autor des Weltbestsellers „Der Heros mit tausend Gesichtern“, schreibt dem Yoga sogar zu, die innere Kraft des Selbsts zu entfesseln, die das kreative Genie ausmacht.

Der oft angepriesene gesunde Effekt dieser Lebensarten ist kaum wissenschaftlich fundiert. Den Jüngern ist dies aber auch selten wichtig. Schließlich spricht das Ergebnis für sich. Man spürt nämlich einfach, dass man dem Körper etwas Gutes tut. Und möchte man doch einen Beleg haben: In Okinawa, wo u.a. Karate bis ins hohe Alter praktiziert wird, liegt das durchschnittliche Sterbealter mit 86 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer weit über dem Durchschnitt.


Ghee in der Ayurveda Medizin

Ghee ist fester Bestandteil der Ayurveda Medizin.
Bildquelle: espies / Shutterstock.com

Unter diese Wunderwaffen für den gesunden Körper fällt auch die Ayurveda Medizin. Sie ist in Indien, Nepal und Sri Lanka verbreitet und beinhaltet Yoga-Übungen, eine Philosophie und eine spezielle, natürliche Ernährung.

Das Ghee, eine besondere Form von Butterschmalz, welches hauptsächlich zum Braten eingesetzt wird, ist Grundlage zahlreicher Ayurveda Gerichte.


Herstellung von Ghee

Es gibt verschiedene Arten von Ghee, die sich im Geschmack und der Konsistenz unterscheiden. Ihnen entsprechen verschiedene Herstellungsverfahren. Diese sind:

Die Creme-Butter-Methode

Auf diese Weise stellen vor allem kleine und mittlere Betriebe her. Dabei wird die Butter zunächst bei niedriger Temperatur geschmolzen, um sie dann bei mindestens 90° C zu erhitzen. Es entsteht nun ein Schaum, der abgeschöpft wird. Hier muss nun besonders aufgepasst werden, da die Feuchtigkeit entweicht und somit eine höhere Temperatur bedingt wird. Diese darf aber nur maximal 110 – 120°C betragen. Dass das Ghee fertig ist, erkennt man an den braunen Quark-Partikeln.

Die Desi-Methode

Dies ist die traditionelle Methode, um Ghee herzustellen, die gerade in indischen Haushalten Verwendung findet. Sie lässt sich gut nachstellen und eignet sich daher für all diejenigen, die selbst Ghee herstellen möchten.

Zunächst wird Butter gesammelt, bis ausreichend für die Herstellung vorhanden ist. Währenddessen kommt es zum Prozess der Versauerung. Nun gibt man die Butter in einen Topf und erhitzt ihn über Feuer. Traditionell wird hier als Brennmittel Holz oder Kuhdung eingesetzt, deren Aroma indirekt vom Ghee aufgenommen wird. Auch hier schöpft man den Schaum ab. Bei der Temperatur gibt es große Unterschiede, die je nach Region variieren. Hieraus entstehen dann auch verschiedene Geschmacksrichtungen. Der Anteil des Fettes beträgt bei diesem Ghee etwa 85%. Es ist nicht lange haltbar.

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  • Das Ghee wird nach alter, traditioneller Rezeptur hergestellt, indem man Butter solange klärt und veredelt, bis diese gänzlich frei wird von Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker. Es entsteht ein...
  • Ghee wird seit Jahrtausenden für die Zubereitung der Speisen eingesetzt. Die ayurvedische Küche benutzt Ghee anstelle von Butter, Öl und Fett.
  • Ghee hat ein feines Aroma - wenn warm und flüssig - und sein leicht süßlicher, nussartiger Geschmack verfeinert alle Speisen.
  • Verwendung von Ghee zum Kochen, Braten, Dünsten, Frittieren.
  • Zum Abschmecken von fertigen Gerichten, z.B. über Gemüse, Reis oder Getreide geben. Auf Toast pur oder mit Kräutern und Gewürzen.

Die Direct-Creme-Methode

Da mithilfe dieser Methode sehr viel Ghee hergestellt werden kann und dabei relativ zur gewonnen Menge am wenigsten Kosten anfallen, wird sie bei der industriellen Herstellung verwendet.

Es wird aus Milch Ghee-Creme entnommen und damit der Schritt der Gewinnung von Butter übergangen. Nachdem die Creme erhitzt wurde, wird sie wieder abgekühlt und durch ein Baumwolltuch gesiebt. Das hierbei entstandene Ghee hat einen Fettgehalt von über 90 % und dabei die längste Haltbarkeit aller Methoden.

Die Vor-Schicht-Methode

Die Butter wird 15 – 30 Minuten bei knapp über 80 °C erhitzt. So kommt es zu einer Bildung von drei Schichten. Die erste ist vergällter Quark, die zweite Fett und die unterste Buttermilch, aus der das Ghee gewonnen wird, indem sie abgelassen wird. Hiernach kocht man sie bei 110 – 120 °C.

Inhaltsstoffe von Ghee

Ghee hat einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Er beträgt ca. 60 %. Einfach gesättigte Fettsäuren sind mit 30 % und mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit 5 % vertreten.

Außerdem findet man die Vitamine D, A und E im Ghee.

Wirkungen von Ghee

Goldene Milch

Ghee kann die Wirkung von Heilpflanzen potenzieren – hier die „goldene Milch“, bestehend aus Kurkuma, Ghee und Kokosmilch.
Bildquelle: Oksana_Slepko / Shutterstock.com

Nun fragt man sich natürlich, ob Ghee überhaupt gesund sein kann, wenn es gesättigte Fettsäuren enthält. Schließlich stehen diese ja im Verdacht, schwerwiegende Leiden wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu verursachen. Einer Studie aus dem Jahr 2008 zufolge ist dies aber nur ein Irrtum. Der Artikel, der im New England Journal of Medicine gedruckt wurde, besagt nämlich, dass diejenigen, die wenig Kohlenhydrate und viele gesättigte Fettsäuren verzehren, gesünder leben, als solche, die fettarm und kohlenhydratreich essen.

Daneben hat das Ghee noch zahlreiche andere gesunde Wirkungen, um derentwillen es schon seit dem Altertum geschätzt wird. So potenziert sie den Effekt von Heilpflanzen und wirkt entzündungshemmend. Letzteres nicht nur, indem sie auf die Haut aufgetragen wird, sondern auch als Nahrungsmittel. Dies belegt eine Studie aus dem Jahr 2010. Es konnte hier festgestellt werden, dass Probanden, die über 7 Tage regelmäßig 60 ml einnahmen, um 25 % reduzierte Entzündungswerte hatten. Ghee kann sogar gegen Erkrankungen wie Colitis oder Morbus Crohn eingesetzt werden. Außerdem hilft Ghee, den Darm geschmeidig zu machen.

Darüber hinaus bindet das Butterfett freie Radikale, die im Zusammenhang mit Krebs, Diabetes mellitus und Arteriosklerose stehen. Auch hilft das Ghee gegen Toxine und entlastet dadurch die Leber und die Galle.

Der menschliche Körper ist daneben weiteren Schadstoffen ausgeliefert, die er direkt über die Nahrung oder indirekt über die Umwelt aufnimmt. Sie können vom Ghee gebunden werden. Darunter fallen Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder chemische Verbindungen wie PCB oder DDT. Durch das Ghee werden sie schneller aus dem Körper geschwemmt.

Außerdem hat Ghee auch eine positive Wirkung auf das Gedächtnis, da dieses für eine optimale Leistung Fette benötigt.

Wird es auf die Haut aufgetragen, unterstützt es die Wundheilung bei beispielsweise Verbrennungen und bedingt eine Verjüngung. Ebenso findet das Mittel bei Salben gegen Hornhaut Verwendung. Das nicht nur an den Füßen, sondern besonders an den Augen, wo Hornhaut zu einem schmerzhaften Blinzeln führen kann.

Daneben ist sie Bestandteil der Ölzieh-Kur:

  • Das Ghee wird ca. 20 Minuten im Mund behalten, hin und her gesogen und danach ausgespuckt. Dies führt zur Entgiftung des Körpers und lindert Zahnfleischerkrankungen und sogar Karies.

Im Magen-Darm-Trakt verursacht etwas Ghee, das mit warmem Wasser gemischt wird, einen leicht abführenden Effekt und regt die Verdauung an. Auch sensibilisiert sie den Darm für andere Heilkräuter, die dann besser wirken.

Verwendungen von Ghee

Verwendung von Ghee in der Küche

Wer mit Butter brät, kennt das Problem: Wird die Temperatur zu hoch, spritzt sie und verbrennt Eiweiß. Möchte man dennoch nicht auf Öl umsteigen, ist das Ghee ideal. Es eignet sich für ein scharfes Anbraten, da seine Fettsäuren selbst bei 180 °C noch stabil bleiben. Hierdurch entstehen auch keine schädlichen freien Radikale. Ein weiterer Vorteil ist die lange Haltbarkeit. Ghee kann wochenlang noch dazu ungekühlt gelagert werden, da der Wassergehalt weit geringer ist. Außerdem können es selbst Laktoseintolerante verzehren.

Da Ghee nicht nur geschmacklich der Butter sehr ähnlich ist, hat es auch dieselben Anwendungsgebiete. Nämlich wird es beim Anbraten, als Brotaufstrich oder in Salaten gebraucht.

Verwendung von Ghee in der Kosmetik

Um die heilsamen Wirkungen des Ghees auf die Haut weiß auch die Kosmetikindustrie. Entsprechend gibt es zahlreiche Cremes und Balsams, die etwa mit Lavendel oder Rose kombiniert nicht nur zur zur Verjüngung beitragen, sondern auch gut duften.

Der Vorteil vor anderen Produkten liegt darin, dass sich solche Präparate für alle Hauttypen eignen und es keinerlei Nebenwirkungen gibt. Da das Ghee die Haut wärmt und entspannt, bietet sich dessen Verwendung gerade bei Massagen an. Und für Tierfreunde: Weil die Zielgruppe eben meist einem vegetarischen Lifestyle verschrieben ist, legen die Anbieter auch Wert darauf, ohne Tierversuche zu entwickeln.

Verwendung von Ghee in der Medizin

Neben den bereits erwähnten Krankheiten lindert Ghee Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt. Diese chronische Hauterkrankung zählt zu den Autoimmunerkrankungen und zeigt sich in schuppigen, entzündeten Hautpartien. Hier hat der natürliche Wirkstoff sogar der konservativen Medizin einiges Voraus. Dort ist nämlich noch kein Kraut gegen die Schuppenflechte gewachsen. Nimmt man Ghee zu sich, schafft es schon nach 1-2 Tagen erste Linderung. Ein willkommener Nebeneffekt: Es senkt sogar den Cholesterinspiegel.

Verwendung von Ghee in der Ayurveda Medizin

Die Ayurveda Medizin denkt in anderen Kategorien als die westliche. Nämlich wird angenommen, dass verschiedene Elemente dem Körper Funktion einhauchen. So sorgt etwas das Element „Feuer“ für die Umwandlung oder das Verbrennen von Nahrung. Genannt wird diese Energie „Agni“. Es hat die Eigenschaften trocken, leicht, durchdringend, subtil und heiß. Ist es aus dem Gleichgewicht geraten, kann der menschliche Organismus kein neues Gewebe aufbauen, auch fehlt ihm die körperliche und Immunkraft, woraus Krankheiten resultieren. Das Agni wird u.a. durch Angst, Furcht, Ärger, Trauer oder Stress gestört. Die heilende Wirkung des Ghees führt die Ayurveda Medizin allein darauf zurück, dass sie das Agni stabilisiert.

Produktgruppen von Ghee

Reines, flüssiges Ghee

Es ist meist in Gläsern abgefüllt und wird zum Braten oder Verfeinern von Speisen verwendet.

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  • Das Ghee wird nach alter, traditioneller Rezeptur hergestellt, indem man Butter solange klärt und veredelt, bis diese gänzlich frei wird von Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker. Es entsteht ein...
  • Ghee wird seit Jahrtausenden für die Zubereitung der Speisen eingesetzt. Die ayurvedische Küche benutzt Ghee anstelle von Butter, Öl und Fett.
  • Ghee hat ein feines Aroma - wenn warm und flüssig - und sein leicht süßlicher, nussartiger Geschmack verfeinert alle Speisen.
  • Verwendung von Ghee zum Kochen, Braten, Dünsten, Frittieren.
  • Zum Abschmecken von fertigen Gerichten, z.B. über Gemüse, Reis oder Getreide geben. Auf Toast pur oder mit Kräutern und Gewürzen.

Ghee in Blöcken

Festes Ghee lässt sich wie Butter etwa als Brotaufstrich und zum Kochen verwenden.

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  • Diese reine tierische Ghee Butter ist bestens zum Kochen, Braten, Backen und als Brotaufstrich geeignet.
  • In der indischen Küche gehört Butterschmalz zu den wichtigsten Speisefetten.
  • In der traditionellen indischen Heilkunde des Ayurveda werden ihm gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben.

Als Pille mit anderen Komponenten vermengt, wirkt Ghee gegen Krankheiten. In Kombination mit Pfeffer und Kandiszuckerpulver etwa lindert es Husten.

Ghee Balsam

Auf die Haut aufgetragen wirkt das Ghee verjüngend und unterstützt die Wundheilung.

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